Aktuelles - Juli 2020

 


 

 

Tragen von Mund-Nase-Bedeckung in Zeiten von Corona

Dr. Vera van Kampen vom Kompetenz-Zentrum Medizin des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) beantwortet Fragen zur richtigen Verwendung von Mund-Nase-Bedeckungen im Betrieb. 

In Deutschland besteht in vielen Bereichen die Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Auch Betriebe haben zum Schutz der Beschäftigten vor einer Erkrankung durch SARS-CoV-2 das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung verbindlich vorgeschrieben. Personen mit Erkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems fragen sich allerdings, ob das für sie zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann. Wir haben hierzu Dr. Vera van Kampen, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kompetenz-Zentrum Medizin des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA), befragt.

Erschwert das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung prinzipiell die Atmung?

Neben den medizinischen Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, OP-Masken), gibt es die handgenähten Mund-Nase-Bedeckungen (MNB, Community-Masken), die aus unterschiedlich dicht gewebten Stoffen bestehen. Beide Arten erhöhen den Atemwiderstand und das Ein- und Ausatmen kann sich hierdurch etwas schwerer anfühlen. Wie stark die Atmung erschwert wird, hängt von der Art und Dichte des Gewebes ab und davon, ob es ein- oder mehrlagig gefertigt ist. Bei körperlicher Belastung erhöht sich die Atemarbeit zusätzlich. Wichtig ist aber: Das Gewebe sowohl des Mund-Nase-Schutzes als auch der Mund-Nase-Bedeckung beeinträchtigt nicht die Sauerstoffaufnahme in den Körper. Die kleinen Sauerstoffmoleküle (O2) durchdringen den Stoff problemlos. Das gleiche gilt für die Ausatmung von Kohlendioxid (CO2).

Was sollten Personen, die an einer Atemwegserkrankung leiden, beim Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung beachten? 
Personen, die zu einer Risikogruppe gehören und gesundheitlich vorbelastet sind, können das Für und Wider des Tragens einer Mund-Nase-Bedeckung mit ihrem (Betriebs-)Arzt besprechen. Sie sollten unnötige Kontakte meiden und vor allem auf den Schutzabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen achten. In Bereichen mit Maskenpflicht sollten sie sich möglichst kurz aufhalten. Bei der Beschaffung der Mund-Nase-Bedeckung sollte darauf geachtet werden, dass Produkte mit möglichst geringem Atemwiderstand beschafft werden.

Was sollte der Betrieb, im Hinblick auf die Maskenpflicht, tun, wenn Beschäftigte an Atemwegserkrankungen leiden?
Wie bereits erwähnt, gehören Personen mit Atemwegserkrankungen zur Risikogruppe und können deshalb mit dem Vorgesetzten/Betriebsarzt über mögliche Alternativen (Homeoffice, Einzelbüro, Trennwände, kein Kundenkontakt etc.) sprechen, wenn sie das Gefühl haben, dass die Atmung mit Maske erschwert ist. Generell gilt, dass eine Mund-Nase-Bedeckung am Arbeitsplatz nur bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen oder wenn der Schutzabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann und somit nicht dauerhaft während einer ganzen Schicht getragen werden darf.

Wo können sich Beschäftigte und Unternehmen beraten lassen?
Allgemeine Informationen und Hinweise zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckung findet man beispielsweise auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sehr gute Informationen zum Schutz gegen Corona-Infektionen am Arbeitsplatz gibt es auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beziehungsweise auch speziell für einzelne Branchen bei den zuständigen Unfallversicherungsträgern. Ein wichtiger Ansprechpartner in den Betrieben ist zudem der betriebsärztliche Dienst.

 


 




 

Quelle: DGUV Pressemitteilung vom 10.07.2020